Der Spiegel im Anderen

Der Spiegel unser selbst befindet sich in unserem Gegenüber. Unsere Freunde zeigen uns wohlwollend unsere Stärken und auch manche Schwäche. Weniger geneigte Menschen konfrontieren uns auch mal ungefragt mit unseren Spleens oder unserem Unvermögen. Und selbst wenn sie nichts dergleichen sagen oder tun, so werden wir doch in jeder Kommunikation mit einem anderen auch mit uns selbst konfrontiert.

“Wie der mich immer wütend macht!”….”Ich könnte ausflippen, wenn Sie immer so tut!”…. “Alter Besserwisser, der!”

In jeder Begegnung unseres Lebens können wir etwas über uns selbst lernen. Wie wir andere lieben, wie wir trösten und helfen und Ratschläge erteilen sagt etwas darüber aus, an was wir glauben und welche Ressourcen wir haben. Was wir an uns selbst mögen, das mögen wir auch an anderen. Vor allem aber, was uns an anderen nervt und zur Weißglut bringt, zeigt uns, wo wir uns an der eigenen Nase fassen können. Denn nicht der andere ärgert uns, sondern vielmehr ist es unsere Reaktion auf eine Verhaltensweise, weil wir uns an uns selbst erinnert fühlen, und unbewusst das abwerten, was wir an uns selbst als Schwäche bezeichnen.

Jede Begegnung im Leben kann uns also ein Stück mehr davon lehren, wer wir sind. Wenn wir mutig sind, sehen wir hin.

C. G. Jung sagt auch: „Das Treffen zweier Persönlichkeiten ist wie der Kontakt zweier chemischer Substanzen: Wenn es eine Reaktion gibt, werden beide transformiert.“

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